Eine Ethik, bei der Herz und Kopf zusammenfließen

Günther S. Hanzl – Die Fäden des großen Netzes

Eine Ethik, bei der Herz und Kopf zusammenfließen

Der Autor schöpft aus verschiedenen philosophischen Quellen wie der Lehre Platons und Plotins, dem deutschen Idealismus, dem Konstruktiven Realismus, jahrtausendealten religionsphilosophischer Einsichten und Konsequenzen der modernen Quantenphysik und deckt dabei verblüffende Parallelen auf, die keinen Zweifel lassen: Die vergleichende Beschäftigung mit den verschiedenen Theoriegebäuden erleichtert nicht nur wechselseitig das jeweilige Verständnis, sondern bewirkt geradezu zwangsläufig die vielfach geforderte und notwendige Transformation menschlichen Bewusstseins.

“Der Umgang mit unseren Emotionen scheint wesentlich schwieriger als der mit der Ratio. Der Intellekt wird von früh auf systematisch geschult. Von den Emotionen scheint man eine spontane Entwicklung zu erwarten”, kritisiert Hanzl. Seine Forderung: “Die Begründung für ethisches Handeln und Denken kann nicht von außen an uns herangetragen werden. Sie muss immer wieder neu unserer Weltsicht entspringen und von unseren Emotionen ebenso getragen sein wie von unserem Intellekt.” Die kategorische Forderung “Du sollst” verändert sich bei der Lektüre zu einem “Ich möchte, weil ich weiß”.

Der Gewinn scheint in Anbetracht der gegenwärtigen weltweiten Unruhe angesichts terroristischer Bedrohungen unermesslich: Hanzls Überlegungen eröffnen reelle Chancen, unsere raffende Gier, unsere Gewaltbereitschaft und unser Unvermögen, Zusammenhänge zu erkennen, so weit in den Griff zu bekommen, dass die Erhaltung unserer Erde möglich erscheint.

“Die Evolutionstheorie zeigt unsere Zugehörigkeit zur großen Kette des Seins. Wir – das heißt: unser Bewusstsein – bildet das Fundament für die nächste Stufe der Evolution”, ist Hanzl überzeugt. Sein Buch eröffnet interessierten Lesern eine Synthese aus naturwissenschaftlichen und philosophischen Gedanken, die direkt in eine Erweiterung der eigenen Erkenntnismöglichkeiten mündet.

Über den Autor
Günther S. Hanzl wurde 1933 in München mit französischen, tschechischen und bayrischen Wurzeln geboren. Schon während der humanistischen Schulbildung setzte er sich mit Gebieten der Philosophie und der modernen Physik und ihrem Weltbild auseinander. Nach dem Medizinstudium folgte eine chirurgische Facharztausbildung mit anschließender Niederlassung in eigener Praxis als Allgemeinmediziner. Er beschäftigte sich intensiv mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Erkenntnistheorie, um sein Engagement für den fälligen Paradigmawechsel auch in der Medizin zu speisen. Hanzl kann auf eine umfangreiche Lehrtätigkeit und eine Vielzahl von Veröffentlichungen in Zeitschriften zurückblicken. Erschienene Bücher von ihm: Das neue medizinische Paradigma (Haug Verlag) und Ist unsere Medizin noch zu retten? (LinguaMed Verlag). In seiner Freizeit erkundet Hanzl gerne auf Wanderungen mit seiner Frau die Weiten des Himalaya.

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