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Sep
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Was brauchen große Kinder? – Plädoyer für Schulen als kindgerechte Bildungs- und Lebensorte

Die Lebenswelten von Kindern haben sich stark verändert: Mädchen und Jungen, die dem Kleinkindalter entwachsen sind, fehlen vielfach Möglichkeiten und Orte für unbeaufsichtigtes Spiel in der Gruppe. In ihrem Vortrag auf dem Kongress Invest in Future (27./28. Oktober 2014 in Stuttgart) plädiert Oggi Enderlein, Vorstand der Initiative für roße Kinder e.V., für kindgerechte Ganztagsschulen, die Möglichkeiten für eigenständige Welterkundung und soziales Lernen in der Kindergruppe schaffen.

Stuttgart – „Kinder, die Probleme machen, sind Kinder, die Probleme haben“, sagt die Diplom-Psychologin und Buchautorin Oggi Enderlein. Mit Verhaltensauffälligkeiten sowie vielfältigen psychischen und körperlichen Symptomen wiesen sie darauf hin, dass etwas in ihrer Lebenswelt nicht mehr stimme. Erwachsene seien aufgerufen, die Zeichen ernst zu nehmen und gute Rahmenbedingungen für mehr kindliche Lebensqualität zu schaffen. „Es ist nach wie vor viel zu wenig bekannt, was „große“ Kinder zwischen sechs und 13 Jahren für ein gesundes Aufwachsen benötigen: nämlich ausreichend Freiraum für selbstbestimmte, informelle Lernprozesse in der Kindergruppe“, erklärt die Expertin, die aus diesem Grund 2003 den Verein „Initiative für Große Kinder“ ins Leben rief. Hier engagieren sich Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen, aus Verbänden und Verwaltungen sowie Elternvertreterinnen und -vertreter.

Aufruf zum Kulturwandel in Schulen
Oggi Enderlein hält Schulen für besonders geeignet dafür, Kindern die erforderliche Lebens- und Lernqualität zu bieten: „Die meisten Mädchen und Jungen wachsen heute ohne bzw. mit nur einem Geschwisterkind auf. Auch im Wohnumfeld finden sie oft weder ausreichend Spielkameradinnen und -kameraden noch für ihr Alter attraktive Aktionsräume. Sie sagen daher, dass sie gerne zur Schule gehen, weil sie dort mit ihren Freundinnen und Freunden zusammen sind.“ Es böte sich also an, Schulen als Ganztagsschulen auszugestalten. Sie könnten Kindern – idealerweise in Kooperation mit Institutionen und Personen aus dem Umfeld – neben herkömmlichen Lerninhalten auch Lebens-, Erfahrungs- und Bewegungsmöglichkeiten eröffnen. Schulen, denen es gelungen sei, eine solche Kultur zu gestalten, erhöhten damit nicht nur die Lern- und Lebensfreunde der Mädchen und Jungen, sondern auch die der Lehrkräfte und Eltern, betont Oggi Enderlein. Solche Bildungseinrichtungen hätten sich von der Maxime „Wie muss das Kind sein, damit es der Schule gerecht wird?“ verabschiedet. Stattdessen orientierten sie ihren Alltag an der Frage „Wie muss unsere Schule sein, damit sie dem Kind gerecht wird?“

Am 27. Oktober um 14.00 Uhr hält Oggi Enderlein im Forum „Ganztagsschulen, Bildungshäuser – gute Konzepte für Bildung und Betreuung?“ auf dem Zukunftskongress für Bildung und Betreuung Invest in Future in Stuttgart einen Vortrag zu diesem Thema.

Invest in Future: Diskussionsplattform für Zukunftsfragen
Invest in Future richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, von Trägern und aus Unternehmen sowie aus Wissenschaft und Forschung und behandelt Zukunftsfragen in den Themenbereichen Kinderbetreuung und Bildung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Pflege. Das Schwerpunktthema 2014 lautet: „Potenziale nutzen – Bildungschancen für Deutschland. Wie meistern wir die Herausforderungen der Zukunft?“ Das komplette Kongressprogramm mit rund 60 Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops in 20 Themenforen ist auf der Veranstaltungswebsite unter www.invest-in.future.de abrufbar.

Links:
Invest in Future: www.invest-in-future.de
Initiative für Große Kinder e.V.: www.initiative-grosse-kinder.de
Film „Was brauchen große Kinder in Schule, Hort und Elternhaus?“: paedagogikfilme.de/Fuer-Schulen/Was-brauchen-grosse-Kinder/

Bildrechte: Foto: Konzept-e / Perper

Das Konzept-e Netzwerk ist seit seiner Gründung 1988 kompetenter Partner für Kommunen und Unternehmen in Bildungs- und Sozialfragen. Der Aufbau und Betrieb öffentlicher und betriebsnaher Kindertagesstätten mit hohem Qualitäts- und Bildungsstandard sowie deren Organisationsentwicklung sind die wichtigsten Geschäftsfelder. Heute gehören zum Netzwerk knapp 40 Kitas, zwei Grundschulen, zwei Freie Duale Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher sowie die Entwicklung von Konzepten zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Der Anspruch einer qualitativ hochwertigen Bildung und Betreuung ist in der eigenen element-i-Pädagogik formuliert. Um diese Bildung und Betreuung allen Kindern zu ermöglichen, wurde 2011 die element-i-Bildungsstiftung ins Leben gerufen.

Das Konzept-e Netzwerk beschäftigt bundesweit 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu ihm gehören die Trägervereine Kind e.V. Stuttgart, Kind und Beruf e.V., Konzept-e für Kindertagesstätten gGmbH und die Konzept-e für Schulen gGmbH.

Das Konzept-e Netzwerk veranstaltet jährlich den Kongress Invest in Future, der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die zeitgemäße Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern von 0 bis 10 Jahren in den Fokus nimmt. Er findet das nächste Mal am 27. und 28. Oktober 2014 in Stuttgart statt.

Firmenkontakt
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