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Mrz
08

LEO ONE / Thormann Capital – Braucht der Retter nun selbst Rettung?

LEO ONE / Thormann Capital - Braucht der Retter nun selbst Rettung?

Rechtsanwalt und Ansprechpartner Rechtsanwalt Christian M. Schulter

LEO ONE hieß die Rettung, die damals den Kunden der SAM AG (Swiss Asset Management Group AG) angepriesen wurde. Zur damaligen Zeit zeichneten sich bereits die ersten Probleme mit der SAM AG ab. Es ist zu vermuten, dass genau deshalb die Verantwortlichen der SAM AG versuchten, das „untergehende Schiff“ SAM AG zu verlassen und mit einer neuen Gesellschaft das bisherige Geschäft weiter zu betreiben.

„Bitte umsteigen und gemeinsam aufsteigen“

So wurde ab Januar 2012 den Kunden in der neusten Werbebroschüre von CASHSELECT mitgeteilt, dass aus der SAM AG bzw. deren Tochtergesellschaft BestLife Select AG nun die LEO ONE geworden sei. Die Anleger werden darin aufgefordert „jetzt umzusteigen und gemeinsam aufzusteigen“ und einer Schuldübernahme durch die LEO ONE zuzustimmen. Man sah wohl bereits zu diesem Zeitpunkt die auf die SAM AG zukommenden großen Probleme und versuchte, die Kunden in den vermeintlich sicheren Hafen, nämlich die LEO ONE, hinüber zu holen. Nur zur Verdeutlichung sei erklärt: Die SAM AG wird seit August 2012 abgewickelt (sog. Liquidation). Die Kunden erhalten keinerlei Auszahlungen mehr. Es drohen vielmehr große Verluste für die betroffenen Anleger, da sich immer mehr abzeichnet, dass nicht genügend Vermögenswerte vorhanden sind, um sämtlichen Anlegern der SAM AG ihr eingezahlten Gelder zurückzuzahlen.

Aus SAM AG wird LEO ONE

Im Zuge dieser vorgenannten „Rettungsaktion“ für die SAM AG wurde wenig später eine neue LEO ONE Gesellschaft gegründet. Der Sinn und Zweck bestand jedoch weiterhin in der Fortführung des Geschäftskonzepts der SAM AG. Eine Verbindung bestand hier unzweifelhaft. Dies zeigt sich bereits daran, dass einige potentielle Kunden der SAM AG damals Antragsformulare der SAM AG unterzeichneten, am Ende jedoch Bestätigungen erhielten, dass sie nun an der LEO ONE beteiligt seien. Vielen Anlegern fiel dies erst deutlich später auf, da die Symbole und Logos, welche von der SAM AG und der LEO ONE verwendet wurden, ähnlich und teilweise zu 100% identisch waren. So gerieten viele Anleger, die eigentlich einen Vertrag mit der SAM AG schließen wollten, unbemerkt zur LEO ONE.

Aus LEO ONE wird Thormann Capital

Doch es geht noch weiter: die LEO ONE wurde verkauft an Herrn Michael Thormann und firmierte seit dem unter Thormann Capital. Nach den Ereignissen rund um die SAM AG schien das für diese Anleger ein glücklicher Zug des Schicksals gewesen zu sein. Es handelte sich dabei laut Aussage der Verantwortlichen um eine von der SAM AG eigenständige Gesellschaft, die ihrerseits in Projekte der regenerativen Energie investierte. Die betroffenen Anleger dachten, endlich mal zurücklehnen, alles wird gut.

Neue Gesellschaft – neue Probleme

Leider nicht, denn nun wendet sich die Thormann Capital im März 2013 jedoch an Ihre Anleger und teilt mit, dass sie aufgrund von finanziellen Problemen die Zinsauszahlungen (Ausschüttungen) an die Anleger zukünftig vorerst gezwungen sind diese einzustellen. Man habe im Zeitpunkt der Übernahme der Gesellschaft keine Bilanzen oder andere aussagekräftigen Informationen erhalten. Deshalb sei man gezwungen gewesen, von einer eigenen Steuerberatungsgesellschaft alle Vorgänge seit Unternehmensgründung zu prüfen und neu zu beurteilen. Das Ergebnis sei nun, dass man sich nicht mehr sicher sei, wie werthaltig die getätigten Investitionen (sog. Assets) seien und dass diese nicht genügend Gewinne erwirtschafteten, um daraus die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Anlegern zu bedienen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Die bis zur Übernahme getätigten Investments passen in ihrer Form, Struktur und Ausschüttung nicht mit den abgeschlossenen Kundenverträgen und deren Produktvarianten zusammen. Das bedeutet, dass aus den Assets (Anlagen) nicht genug Liquidität erzeugt wird, um damit die versprochenen monatlichen bzw. jährlichen Anlegerausschüttungen bedienen zu können. Was wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen können, ist die Werthaltigkeit der getätigten Assets.“

Was bedeutet das für die Anleger?

Klar gesprochen: Die Investitionen werfen nicht so viel Gewinne ab, um die regelmäßigen Auszahlungen an die Anleger ausschütten zu können. Es handelt sich auch um ein strukturelles Problem und nicht nur um ein vorübergehendes. Zudem ist man derzeit nicht sicher, wie viel die Investitionen überhaupt wert seien.

Aus anwaltlicher Sicht bedarf dieses Szenario keiner weiteren Warnungen. Jedem Leser wird der Ernst der Lage bewusst sein. Es ist daher allen Betroffenen zu raten, sich in dieser Angelegenheit baldmöglichst anwaltlichen Rat einzuholen.

V.i.S.d.P.:

Christian M. Schulter
Rechtsanwalt – Associate

Sofortkontakt Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte unter 030-715 206 70
Hilfe und Infos unter www.sam-ag-hilfe.info

Die Kanzlei ist seit 1995 schwerpunktmäßig auf dem Gebiet des Kapitalanlagen- und Bankenrechts sowie auf dem Gebiet des Verbraucherschutzes tätig und vertritt bundesweit die Interessen einzelner Anleger. Die Kanzlei verfügt über zwei Büros in Berlin und eine Zweigstelle in München, außerhalb Berlin und München übernehmen wir selbstverständlich auch Mandate und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Ergänzende Absenderangaben mit allen Kanzleistandorten finden Sie im Impressum auf unserer Internetseite www.dr-schulte.de

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