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Jul
12

Geschäftsbericht 2010: „Inklusion: Dabei sein – von Anfang an!“

Großer Träger der Behindertenhilfe in NRW stellt Jahresbilanz vor /
2.500 Mitarbeitende begleiten 3.500 Menschen in 53 stationären Einrichtungen und 33 ambulanten Anlaufstellen / Gesamterträge 2010: 125,4 Millionen Euro / Aktuelles Ziel: Lebensqualität weiter verbessern
Geschäftsbericht 2010: "Inklusion: Dabei sein - von Anfang an!"

Gelsenkirchen/NRW. – Menschen mit Assistenzbedarf ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen: Dafür setzen sich die inzwischen 2.500 Mitarbeitenden des Sozialwerks St. Georg mit Sitz in Gelsenkirchen an 53 Wohnheimstandorten und 33 ambulanten Anlaufstellen in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens ein. „Nunmehr rund 3.500 Menschen mit geistiger Behinderung, psychischer Erkrankung oder sozialen Schwierigkeiten haben 2010 in rund 4.000 Betreuungsverhältnissen unsere vielfältigen Dienstleistungsangebote in Anspruch genommen – in den Bereichen Wohnen und Leben, Arbeit und Beschäftigung, Alltag und Freizeit“, sagte Vorstandssprecher Dieter Czogalla am 12. Juli 2011 beim Jahrespressegespräch des Sozialwerk St. Georg e. V. in Gelsenkirchen. Die Gesamterträge stiegen so auf rund 125,4 Millionen Euro. „Unser Geschäftsbericht 2010 enthält faszinierende Geschichten über die Menschen im Sozialwerk unter dem Motto: Dabei sein von Anfang an. Die Beispiele zeigen: Inklusion gelingt“, so Czogalla. Der Geschäftsbericht im Internet: www.sozialwerk-st-georg.de/ueber-uns/das-unternehmen

Inklusion bezeichnet die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung am gesellschaftlichen Leben von Anfang an. Das ist das Ziel der UN-Konvention der Vereinten Nationen von 2008 für die Rechte von Menschen mit Behinderung, die 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist. Der Geschäftsbericht des Sozialwerks zeigt, wie 2010 im Ruhrgebiet oder im nördlichen und südlichen Westfalen eine „inklusive Gesellschaft“ bereits vielerorts gelebt wird: in Geschichten über Menschen mit Schwerstmehrfach-Behinderung, mit psychischer Erkrankung, Autismus oder AD(H)S. Er berichtet über das „Dabei sein“ im Stadtteil, in passenden Wohnräumen oder mit technischer Assistenz. „Der Geschäftsbericht zeigt aber auch, wo noch Herausforderungen bestehen: Zum Beispiel sollten Arbeitgeber die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung stärker nutzen, damit sie auch im Arbeitsleben voll dabei sein können“, fordert Czogalla.

Positiven Einfluss auf die Arbeit vor Ort in den Einrichtungen und Diensten haben die 260 ehrenamtlichen Mitarbeitenden im Sozialwerk St. Georg. „Wir laden die Mitbürgerinnen und Mitbürger ein, als freiwillig Helfende einen Menschen mit Behinderung zu begleiten – davon profitieren beide“, sagt Czogalla. Mit Blick auf die derzeit 55 FSJ-Leistenden und den seit 1. Juli auch im Sozialwerk möglichen „BFD“ ergänzt er: „Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den neuen Bundesfreiwilligendienst absolvieren möchten, sind ebenfalls herzlich willkommen!“

„Der ambulante Bereich wächst im Sozialwerk St. Georg nach wie vor sehr stark“, sagt Vorstand Wolfgang Meyer: „Unsere Mitarbeitenden haben 2010 im Ambulant Betreuten Wohnen bereits 937 Menschen begleitet gegenüber 782 im Jahr zuvor.“ Ein Netzwerk aus inzwischen 33 ambulanten Anlaufstellen – zum Beispiel Kontakt- und Beratungsstellen – sowie Beschäftigung in Tagesstätten und andere tagesstrukturierende Angebote leistet dabei wertvolle Unterstützung.

Grundsätzlich sollen durchlässige Strukturen gemäß der Maxime „ambulant vor stationär“ die Eigenständigkeit der Menschen mit Behinderung so weit wie möglich erhalten oder verbessern – zum Beispiel durch die Betreuung der Menschen in unterschiedlichen Wohnformen wie Außenwohngruppen oder Einzelwohnungen mitten im Dorf oder im Stadtviertel. Die personzentrierte Betreuung trägt dabei weiterhin Früchte: „Im Jahr 2010 konnten wir im ganzen Sozialwerk 146 Menschen in private Lebenssituationen entlassen“, erläutert Czogalla.

Dem Ziel der Eigenständigkeit und Unabhängigkeit speziell im Alter hat sich das Sozialwerk St. Georg unter dem Motto „Ambient Assisted Living“ verschrieben. Wolfgang Meyer erklärt: „Hier erforschen und erproben Mitarbeitende und Klienten, wie technische Hilfen die Selbstständigkeit und Sicherheit von assistenzbedürftigen Menschen in der eigenen Häuslichkeit und in Wohngruppen erhöhen können.“

93 Prozent der stationär betreuten Menschen im Sozialwerk haben einen so genannten „Zweiten Lebensraum“ in Form von Arbeit und Beschäftigung in Werk- oder Tagesstätten. Im südlichen Westfalen geht das Sozialwerk hier neue Wege und betreibt derzeit drei kleine Einzelhandelsgeschäfte. „Unser Laden“ in Bad Berleburg-Dotzlar war Ort des im Geschäftsberichts wiedergegebenen Interviews mit Vorstand, Laden-Kunden und Mitarbeitenden. Die als Verkaufshilfen beschäftigten Menschen mit Assistenzbedarf wie Christine Czech (38) bieten dort eine gut nachgefragte, wertvolle Dienstleistung an. Seit Öffnung des Ladens – also im Sinne der Inklusion „von Anfang an“ – sind sie hier als Teil der Gesellschaft akzeptiert.

Seit 2010 erweitert das Sozialwerk St. Georg systematisch das Qualitätsmanagement. „Mit Klienteninterviews erproben die Mitarbeitenden einen in Deutschland neuen, durch Erfahrungen in anderen Ländern aber bereits fundierten wissenschaftlichen Ansatz“, erläutert Czogalla. Das Ziel: die Qualität des Lebens systematisch zu erfassen. Klienten und Betreuende geben den Interviewern in persönlichen Gesprächen strukturiert und detailliert Auskunft. Fachliche Anerkennung erhielt das Projekt durch die Stiftung Arduin (NL), die weltweit Lizenzen zum Einsatz des Befragungsinstruments an geeignete Partner vergibt.

Eine neue Anlaufstelle für die Menschen im Sozialwerk, um ihre Lebensqualität zu steigern, ist seit 2010 der „Ombudsmann“. Dieter Czogalla zur Rolle von Dr. Fritz Krueger, ehemaliger Holding-Geschäftsführer der Josefs-Gesellschaft: „Er setzt sich als Partner und Anwalt der Klientinnen und Klienten unabhängig und ehrenamtlich für ihren Schutz, ihre Rechte und Anliegen ein.“ Falls sich jemand ungerecht behandelt oder nicht ausreichend informiert fühlen sollte, mit Entscheidungen nicht einverstanden ist oder Dienstleistungen bewerten möchte, kann er oder sie sich nun vertraulich an die neue Vertrauensperson wenden – und natürlich auch weiterhin die bestehenden Selbstvertretungsorgane in den Einrichtungen wie Bewohnerbeirat oder Werkstattrat nutzen. Das Resümee des Ombudsmanns für 2010: Alle wesentlichen Probleme konnten vor Ort gelöst werden.

„Durch den Einsatz unserer Mitarbeitenden ist es wieder gut gelungen, Kosteneffizienz und Betreuungsqualität in Einklang zu bringen“, hebt Wolfgang Meyer hervor. Die wichtigsten Kennzahlen des positiv verlaufenen Geschäftsjahres 2010: In der Summe beliefen sich die Umsatzerlöse einschließlich aller Unternehmensbereiche auf rund 112,6 Millionen Euro, die Gesamterträge stiegen auf rund 125,4 Millionen Euro – bei Gesamtinvestitionen von rund 8,4 Millionen Euro und einem Personalaufwand von 88,2 Millionen Euro. Fördermittel erhielt das Sozialwerk St. Georg 2010 von der Aktion Mensch, der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, dem Kreis Siegen-Wittgenstein, dem Land NRW und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sowie der Bundesagentur für Arbeit. „An alle Freunde und Förderer ein ganz herzliches Dankschön!“, sagt Meyer.
Hintergrundinformationen zum Sozialwerk St. Georg:

http://www.sozialwerk-st-georg.de/ueber-uns/das-unternehmen/

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