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Apr
16

Ausstellung zur EM in der Ukraine erinnert an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

Ausstellung zur EM in der Ukraine erinnert an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben Botschafter Dr. Hans-Jürgen Heimsoeth und IBB-Geschäftsführer Peter Junge-Wentrup am Freitag, 13. April 2012, die Wanderausstellung „Tschernobyl: Menschen – Orte – Solidarität – Zukunft“ offiziell eröffnet. Bis Ende des Jahres wird sie in allen Regionen der Ukraine gezeigt.

„Europa verbindet mehr als die Fußball-EM“

Etwa 20 Zeitzeugen der Reaktorkatastrophe sowie die deutschen Bundestagsabgeordneten René Röspel und Oliver Kaczmarek (SPD) und die Initiatoren der Ausstellung vom IBB Dortmund, IBB Kiew und IBB „Johannes Rau“ in Minsk nahmen an der feierlichen Eröffnungsveranstaltung in der Deutschen Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Katharina in Kiew teil. „Europa verbindet weit mehr als die Begeisterung für die Fußball-Europameisterschaft“, sagte Peter Junge-Wentrup, Initiator der Ausstellung. „Uns verbindet auch die Erinnerung an die tragischen Ereignisse infolge der Reaktorkatastrophe, die ein Teil der gemeinsamen europäischen Geschichte ist.“

„Es ist uns wichtig, dass unser Schicksal nicht vergessen wird“

„Es ist für uns als Liquidatoren sehr wichtig, dass unser Schicksal nicht vergessen wird“, sagte Igor Pismenskij, einer der Zeitzeugen, der 1986 im Sonderbataillon 731 im Einsatz war am explodierten Reaktor. „Wir haben einen hohen Preis bezahlt und kämpfen heute um unsere Zulagen, die wir dringend benötigen für unsere medizinische Versorgung.“

Grenzüberschreitende Solidaritätsbewegung wird erstmals dargestellt

„Ich freue mich besonders, dass diese Ausstellung auch die europäische Solidaritätsbewegung darstellt, die als „Bewegung von unten“ vorher noch niemals dokumentiert worden ist“, richtete der deutsche Bundestagsabgeordnete René Röspel seinen Dank an das IBB Dortmund als Initiator. „Ich hoffe, dass diese Ausstellung besonders bei den jungen Menschen eine große Resonanz findet, denn die Katastrophe in Tschernobyl hat im Negativen, in der Zerstörung von 500 Dörfern ebenso wie im Positiven, im Aufbau einer lebendigen Solidaritätsbewegung mit der Ukraine bis heute weit reichende Folgen“, wünschte Oliver Kaczmarek, Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD), der Wanderausstellung große Aufmerksamkeit. „Zuletzt das Unglück von Fukushima hat uns vor Augen geführt, dass die Technik nicht beherrschbar ist. Tschernobyl und Fukushima sind daher Mahnungen zur Umkehr.“

IBB sammelt weitere Zeitzeugenberichte in der Ukraine

Die Ausstellung des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks in Dortmund erinnert mit Ausschnitten aus der damaligen Fernseh-Berichterstattung, mit zahlreichen zeitgeschichtlichen Fotos, Kinderbildern und vielen bisher unveröffentlichten Dokumenten an die Ereignisse 1986. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale der Einsatzkräfte, so genannter Liquidatoren, und Umsiedler. Die Lebenserinnerungen von 30 Zeitzeugen aus der Ukraine und aus Belarus stehen als Tondokumente zur Verfügung. Erstmals präsentiert die Ausstellung auch die europaweite Solidaritätsbewegung, die sich nach 1986 in vielen Ländern Westeuropas entwickelt hat und bis heute fortbesteht. Der Blick in die Zukunft thematisiert die Energiewende durch mehr Energieeffizienz und die Nutzung neuer Energien. Die Ausstellung kann weitere Zeitzeugenberichte in Bild und Ton aufnehmen.

Europaweite Aktionswochen zum 26. Jahrestag der Reaktorkatastrophe

Die Wanderausstellung hatte das IBB Dortmund in Kooperation mit dem IBB Kiew und der IBB „Johannes Rau“ in Minsk erarbeitet und erstmals im Jahr 2011 zum 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in Deutschland, Österreich und in den Niederlanden gezeigt. Begleitet wurde die Ausstellung 2011 jeweils von Zeitzeugen aus der Ukraine und Belarus, die sich vor Schulklassen und anderen Gruppen Fragen und Diskussionen stellten. An allen 49 Orten hatte die Ausstellung ein begeistertes Echo gefunden. Ab April 2012 wird die erweiterte ukrainische Version in allen Regionen de Landes gezeigt. Ab Oktober 2012 wird eine weitere russische Version in Belarus gezeigt. Zum 26. Jahrestag der Reaktorkatastrophe sind darüber hinaus europaweite Aktionswochen geplant in mehr als 100 Städten in Deutschland, Spanien, Großbritannien und Polen.

Fotohinweis: Peter Junge-Wentrup, IBB-Geschäftsführer (2.v.l.) eröffnete die Ausstellung gemeinsam mit dem Deutschen Botschafter in der Ukraine, Dr. Hans-Jürgen Heimsoeth (Mitte). Foto: IBB Dortmund / Abdruck honorarfrei

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Grenzen überwinden: Mit diesem Ziel vor Augen organisiert das IBB seit mehr als 20 Jahren eindrucksvolle Fahrten und internationale Konferenzen. Ein Schwerpunkt sind sehr lebendige Beziehungen zu Belarus. Das IBB ist institutionell und politisch unabhängig, gemeinnützig und erzielt keinen kommerziellen Gewinn.

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